Donnerstag, 27. November 2008

Wer den Hass finanziert

Das die Ehe für Schwule und Lesben in Kalifornien wieder abgeschafft wurde, war ein Erfolg religiöser Gruppierungen, die in Fernseh-Werbespots ihre Hass-Botschaft verbreitet haben.
Es ist interessant zu sehen, wer diese Kampagne finanziert hat:
- Etwa 30 - 40 % der Gelder kamen von privaten Spendern, die der Mormonen-Kirche angehören.
Weitere Spender:
- Knights of Columbus, $1,400,000
- Howard Ahmanson, $1,150,000.
- John Templeton, $900,000.
- National Organization for Marriage, $785,750.
- Elsa Prince, $650,000.
- Fieldstead & Company, $600,000.
- American Family Association, $500,000
- Focus on the Family, $411,000.
- Doug Manchester, $125,000.

Quelle: ballotpedia.org

Die Knights of Columbus (Deutsch: Kolumbus-Ritter) sind eine katholische Laienorganisation mit etwa 1,7 Millionen Mitgliedern.
Angeblich sollen Sie der Nächstenliebe, Einheit und Brüderlichkeit verpflichtet sein.
(Wikipedia)
Ich weiß nicht, wie Katholiken Nächstenliebe definieren. 1,4 Millionen US-Dollar dafür zu spenden, dass Menschen grundlegende Bürgerrechte weggenommen werden, ist meiner Ansicht nach kein Akt der Nächstenliebe.

Insgesamt war den Befürwortern von Prop 8 der Kampf für Diskriminierung unvorstellbare 36 Millionen Dollar wert.
Kaum vorzustellen, was für tolle und sinnvolle Dinge mit so viel Geld möglich gewesen wären. Man wünschte, diese Christen und Mormonen und was auch immer hätten wenigstens ein Wort des neuen Testaments gelesen und verstanden. Shame on you.

Dienstag, 25. November 2008

There´s probably no god

Der Spiegel berichtet von einer interessanten Werbekampagne in London.
Ab Januar wird auf Londoner Bussen folgendes Banner zu sehen sein:

Die Idee zu der Kampagne hatte Ariane Sherine als sie sich über ein Busplakat bzw. die Webseite von JesusAid.org ärgerte.

Eine äußerst nachamenswerte Idee. Auch hier in Stuttgart sind die Heilsversprechen und gleichzeitigen Strafandrohungen allerlei Glaubensrichtungen kaum zu umgehen oder zu übersehen.
Da auch in Zukunft nicht damit zu rechnen ist, dass die Menschen ihren Glauben dort praktizieren wo er hingehört - zuhause oder in der Kirche - wäre es vielleicht für Atheisten an der Zeit, sich zu organisieren und sich mehr Gehör zu verschaffen.



atheistcampaign.org

Mittwoch, 5. November 2008

Schwarzer Dienstag

Vor drei Jahren war ich in San Francisco. Was mir damals besonders auffiel:
Wie unglaublich freundlich die Kalifornier sind.
Heute weiß ich, das ich mich geirrt habe. Die Mehrheit der Kalifornier ist nicht freundlich, die Mehrheit ist voll von Hass. Hass auf alles was anders ist.
Solange man für Bürgerrechte kämpft hat man die Hoffnung, dass es besser wird.
Aber worauf soll man hoffen wenn Rechte abgeschafft werden?
Im ganzen Freudentaumel um Obamas Sieg wird in unseren Medien vollkommen ausgeblendet das es diese unselige Allianz von Christen und Faschisten gestern geschafft hat, die USA ein gutes Stück näher in die Richtung einer fundamentalistisch-christlichen Gesellschaft zu drängen, in der die Freiheit und die Rechte des Einzelnen keine Rolle spielen.
Das traugriste dabei: Für Prop 8 stimmeten viele, die eigentlich wissen müssten, wie sich Diskriminierung anfühlt.
Gestern war der Tag der Schwarzen in Amerika. Und es war ein schwarzer Tag für die Rechte von Schwulen und Lesben.

Dienstag, 4. November 2008

Takes one to know one

Es ist noch nicht lange her, da hielt ich Hermann Scheer wegen seines entschiedenen Eintretens für die Solarenergie für einen sehr guten Politiker.
Dann kam die Hessen-Wahl und Andrea Ypsilantis geplante rot-grüne Regierung von SEDs Gnaden und schließlich die späte Gewissensentscheidung einiger SPD-Mitglieder.

In einem Interview mit dem Stern bezeichnet Scheer das Verhalten von Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Carmen Everts als politischen Hochverrat und wirft Walter, Tesch und Everts vor, sie verhielten sich charakterlos.

Da die vier „Abweichler“ erst einmal untergetaucht sind, lässt sich über die Erklärungen vom Montag hinaus über die Beweggründe dieser späten Ablehnung einer von der Linken tolerierten Regierung nur spekulieren.
Sicher wäre es besser gewesen, Bedenken früher zu äußern. Eine immerhin, Dagmar Metzger, hat schon vor Wochen ihre Bedenken geäußert. Die Art und Weise, wie die SPD damals reagiert hat, war für Walter, Tesch und Everts sicher keine Einladung, Metzgers Beispiel zu folgen. Die Wut, die Beschimpfungen und die Unterstellungen wären die gleichen gewesen. Einen richtigen Zeitpunkt gibt es nicht, wer aus der Parteilinie ausschert und sich gegen die Mehrheit stellt, macht sich nie beliebt.

Die hessische SPD wollte, zusammen mit den Grünen, an die Macht, und das um jeden Preis. Jetzt stellt sich heraus, das der Preis wohl zu hoch war.
Das hessische Debakel ist jedoch nicht nur der SPD und Ypsilanti anzukreiden. Keine der demokratischen Parteien hat sich in den Wochen seit der Wahl mit Ruhm bekleckert.
Bei der CDU klebt Roland Koch an der Macht und verhindert damit eine Lösung mit der CDU, die SPD manövrierte sich in eine Sackgasse obwohl das Ende von Anfang an abzusehen war und die Grünen, die sich gerne auch als Bürgerrechtspartei darstellen, möchten sich von einer Partei in die Regierung wählen lassen die während Ihrer „Regierungsverantwortung“ - sofern man bei einer Diktatur davon sprechen kann - in der DDR schlimmste Verbrechen zu verantworten hatte.
So verspielt man jegliche politische Glaubwürdigkeit. Wer hingegen irgendwann - besser spät als nie - sein Gewissen entdeckt, gilt als charakterlos.

Herr Scheer, wie viele Dächer könnte man für ca. 12 Milliarden Euro mit Solarzellen eindecken? Fragen Sie doch mal Herrn Gysi von der Linkspartei, wo die schätzungsweise 24 Milliarden DM DDR-Vermögen geblieben sind. Als letzter SED-Chef müsste er es doch schließlich wissen. Nachdem Sie sich von der Linkspartei zum Wirtschafts- und Umweltminister wählen lassen wollten, müssten Sie doch einen guten Draht zur Parteispitze der Linken haben. Und fragen Sie dann auch gleich mal nach, wie das mit dem Systemwechsel gemeint ist, den die Linke für Deutschland anstrebt. Ich finde unser demokratisches System nämlich eigentlich sehr gut!
Mit solchen Fragen an die Linke bewiese die SPD mal richtig Charakter!

Samstag, 1. November 2008

Touchdown

Bei so manchem Ausfall religiöser Fanatiker gegen Schwule und Lesben ist man sich nicht sicher, ob man sich aufregen oder gar darüber schreiben soll, oder ob es nicht besser wäre, einfach zu schweigen und zu verdrängen. Soll man über Gloria von Tutnix und Tatnix dummes und rassitstisches Geschwafle schreiben und ihr dadurch noch ein Forum bieten?
Hat es ein Heinz Josef Algermissen verdient, das über seine Logorrhoe diskutiert wird?

Doch dann wieder sondern diese von Hass und maßloser Arroganz erfüllten Subjekte einen so unglaublich menschenverachtenden Mist ab, dass sich jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch einfach aufregen muss.

Wie tief z.B. die Gegener der Ehe von Schwulen und Lesben in Kalifornien sinken können, ist einfach unglaublich.

Brad Dacus, Chef der "religiösen" Anwaltsvereinigung Pacific Justice Institute sagte bei einer Veranstaltung im Rahmen der Kampagne zum Verbot der Homo-Ehe ("Proposition 8"):

It’s about the time. The time is now.

There was another time in history when people, when the bell tolled. And the question was whether or not they were going to hear it. The time was during Nazi Germany with Adolf Hitler.

You see he brought crowds of clergy together to assure them that he was going to look after the church. And one of the members, bold and courageous, Reverend Niemoller made his way to the front and (inaudible) said “Hitler, we are not concerned about the church. Jesus Christ will take care of the church. We are concerned about the soul of Germany.”

Embarrassed and chagrined, his peers quickly shuffled him to the back. And as they did Adolf Hitler said, “The soul of Germany, you can leave that to me.”

And they did. And because they did bombs did not only fall upon the nation of Germany, but also upon the church and their testimony to this very day. Let us not make that mistake folks. Let us hear the bell! Vote on Proposition 8!

(Transcript:http://www.boxturtlebulletin.com)

Wie sehr muss Brad Dacus Schwule und Lesben hassen, um die Partnerschften von Schwulen und Lesben mit dem Naziterror und der Ermordung von vielen Millionen Menschen gleichzusetzen?
Warum sind so viele religiöse Menschen - ob Christen, Moslems, Juden oder was auch immer - so voller Hass und Intoleranz?
Wieso kennen diese Menschen keinerlei Mitgefühl, Verständnis, keine Liebe?
Sollte es einen Teufel geben - er hat die Religion erfunden.

Read also Kim Beavers post about Brad Dacus: kimbeaver.blogspot.com