"Ohne Berücksichtigung des soziokulturellen Kontextes sind Verständinis und Kritik nicht möglich." schreibt Olaf Karnik und fordert in der NZZ im Umgang mit Beenie Man, Buju Banton oder anderen Hassmusikern ein Verständnis jamaikanischer Kultur.
Ich frage mich, wie viel man Kiffen muss, um sich einen solchen Mist auszudenken.
"Battyboy Tunes", in denen dazu aufgefordert wird, Homosexuelle zu erschiessen oder zu erschlagen, seien ja nur "Lyrical Killings", außerdem stünden ja schließlich auch korrupte Beamten und Politiker und sogar der Papst auf der verbalen Abschussliste der jamaikanischen "Künstler". Zudem sei ja nicht die Musik die Ursache der jamaikanischen Homophobie, vielmehr spiegle die Musik nur die Jamaikanische Gesellschaft wieder.
Was für die permanent von Gewalt bedrohten Homosexuellen auf Jamaika keine Rolle spielt. "Battyboy Tunes" sind Ausdruck einer furchtbaren menschenverachtenden Kultur. Die Texte, die "Künstler" wie Beenie Man oder Buju Banton verbreiten, sind einfach nur widerwärtig. Dieser menschenverachtende Mist hat auf europäischen Bühnen nichts verloren. In Deutschland dürften viele dieser Texte den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen, daher werden den entsprechenden "Künstlern" zu Recht die Einreise in den Schengen-Raum versagt und Auftritte verboten. Ob Beenie Man oder Buju Banton eine schwere Kindheit hatten oder nicht oder ob die jamaikanische Verwaltung korrupt ist oder nicht ist in diesem Zusammenhang völlig belanglos.
Wenn diese Hassprediger mit der jamaikanischen Politik unzufrieden sind, dann sollen Sie sich für eine Verbesserung engagieren.
Angehörige einer Minderheit zu ermorden (oder auch nur dazu aufzurufen), wird die Lage mit Sicherheit nicht verbessern. Für die vielen Schwulen jedenfalls, die in den letzten Jahren auf Jamaika ermordet wurden, waren die Morde mehr als "Lyrical Killings".
Man muss schon in einem so sicheren europäischen Land wie der Schweiz leben, um die jamaikanische Hasskultur auf so zynische Art verharmlosen zu können wie Olaf Karnik.
Sonntag, 28. Juni 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)


0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen