Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie gerade die Schwulen und Lesben Szene Toleranz und Akzeptanz einfordert, jedoch offensichtlich andere Meinungen nicht stehen lassen kann und, wie in Marburg 2009 geschehen, aufs äußerste verunglimpft und bekämpft.
Auch dieser Beitrag enthält einiges an Unterstellung und Intoleranz.
Blogterium ist ein persönlicher Blog, daher kann ich hier nur für mich sprechen. Ich fordere in Bezug auf meine Person und meine sexuelle Identität keine Toleranz und Akzeptanz, sondern Respekt. Es hat niemand das Recht mich zu Tolerieren oder Akzeptieren. Solange ich niemanden einen Schaden zufüge, geht es auch niemanden etwas an, wie ich als freier und mündiger Bürger mein Leben führe.
Da ich nicht in Marburg lebe kann ich nicht beurteilen, ob die Formen des Protests geben die Teilnahme christlicher Fanatiker an einem wissenschaftlichen Kongress angemessen waren. Nach dem, was in anderen Blogs zu lesen war, haben einige dem eigentlichen Anliegen der Schwulen und Lesben wohl eher geschadet.
Die Diskussion im Vorfeld richtete sich gegen die Teilnahme von Markus Hofmann und Dr. Christl Ruth Vonholdt an dem 6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge. Ich habe Veröffentlichungen von Frau Vonholdt gelesen, in denen Schwule in übler Weise diffamiert werden. Es geht daher nicht um andere Meinungen, sondern um die Herabwürdigung von Menschen. Für Hass, Intoleranz und die Verbreitung von Lügen kann es keine Toleranz geben.
Beispiele:
Doch mit der Intelligenz scheint es bei den Verfassern der Marburger Erklärung nicht weit her zu sein.
Wie kannst du so etwas behaupten, kennst du die Leute näher ?
Ich habe die Erklärung gelesen und Rückschlüsse gezogen. Aber Du hast Recht. Die Täter haben es geschafft sich als arme Opfer darzustellen und auch noch Unterstützer gefunden. Dafür benötigt man ein gewisses Maß an Intelligenz.
Ein homosexueller Mensch, der in einer freien und toleranten Gesellschaft lebt, die ihn so akzeptiert und respektiert wie er ist, benötigt keine therapeutischen Angebote.
Sehr pauschale und vereinfachende Aussage auf Stammtischniveau. "Wenn alle mich akzeptieren bin ich automatisch gesund ?". Wenn es so einfach wäre, könnten wir die gesamte Traumatherapie, Psychotherapie, Suchtberatung, Lebenshilfe, was auch immer in die Tonne treten. Akzeptanz und Liebe ist essentiell, ohne Frage. Aber Therapie hat dennoch ihre Dasseinsberechtigung.
Es ist wohl wie mit den Bibelversen. Ist die Unterteilung nur klein genug, kann mann jeden Unsinn hineininterpretieren.
Es gibt Krankheiten und Therapien dagegen. Diese Therapien haben alle ihre Notwendigkeit und Berechtigung. Nur eben ist Homosexualität keine Krankheit. Daher wird auch keine Therapie benötigt.
Beispiel: sehr viele psychische Probleme kommen daher, weil wir uns selbst nicht lieben und akzetpieren wollen/können. Selbst wenn mich die ganze Welt toll fände, könnte ich doch ein depressiver Mensch sein. Oder denken wir mal an die traumtisierten, usw. usw.
Richtig. So kenne ich z.B. Schwule, die sich durch ihre Kindheit in einem sehr "christlichen" Elternhaus selbst nicht lieben und akzeptieren können und deshalb versucht haben, sich umzubringen. Manch einer kämpft ein Leben lang mit sich und ist daher auch nicht in der Lage, eine Beziehung zu führen. Aus diesem Grund habe ich keinerlei Verständnis für den Unsinn, den Frau Vonholdt oder Wüstenstrom von sich geben. Manchmal haben diese Dinge nämlich tatsächlich Konsequenzen im echten Leben.
Nebenbei, gerade wir hier in Deutschland sollten wissen, wie die "Wissenschaft" zu grausamen Verbrechen gegen Menschen missbraucht werden kann
Das nenn' ich mal einen unfairen polemischen Vergleich. Wie kann man Verbrechen der Wehrmacht mit Wissenschaftlichen Ansätzen vergleichen, die tatsächlich das Ziel haben der Menschheit Wissen und Hilfe zu bringen ? Gegen Wissen ist nichts einzuwenden, oder sollen jetzt die Artikel Therapie und Seelsorge auf Hitler-Niveau erhoben und aus der Wikipedia totalitär gestrichen werden ? BTW: es starben auch sehr viele Christen wegen ihrer Überzeugung im KZ.
Mann sollte in der Tat sehr vorsichtig sein mit Vergleichen. Tatsache ist jedoch, dass in diesem Land vor noch nicht so langer Zeit "Wissenschaftler" Menschen gefoltert, verstümmelt und ermordet haben. Unter den Opfern waren dabei auch viele Homosexuelle. BTW: Es waren sehr viele Christen unter den Tätern.
Jeder sollte sagen können, was er denkt. Aber er muss eben auch mit der entsprechenden Antwort rechnen.
Mir kommt es so vor, als dürften nur totalitäre Pro-Homosexuelle Äußerungen gemacht werden. Meinungsfreiheit lebt aber von der Kontroverse. Damit umzugehen ohne Agressiv und gewaltätig zu werden ist ein Zeichen von Reife und ein Pfeiler der Demokratie.
Auf Blogterium werden nur pro-homosexuelle Außerungen gemacht, das ist mein individuelles Recht auf freie Meinungsäußerung. Wer anderer Meinung ist, soll seinen eigenen Blog machen. Und ich nehme mir das Recht heraus, jeden zu Kritisieren, der Schwule herabwürdigt, verächtlich macht, diskriminiert, einsperrt, foltert oder ermordet. Darüber hinaus gibt es auch in einer freien und demokratischen Gesellschaft Dinge, die nicht diskutierbar sind. Nämlich das Recht auf Leben, Freiheit und Selbstbestimmung.
>Wenn ich die beinahe täglichen >Hasstiraden kirchlicher >Würdenträger oder "christlicher" >Politiker gegen Schwule so sehe
In welcher Zeit leben wir eigentlich ? Das war früher vielleicht mal so. Heute ist zumindest die evangelische Kirche sehr offen für Homosexuelle. Und die große Masse ist/war sicher nicht Hasserfüllt, sondern weiß nicht mit Homosexuellen umzugehen, bzw. hat Berührungsängste und leider oft Vorurteile.
Tja, wir leben im Jahr 2009. Jeder der aufmerksam Zeitung liest, Radio hört oder Fernsehen schaut weiß, dass weltweit nach wie vor Schwule und Lesben diskriminiert werden. Weltweit geht diese Diskriminierung zu einem großen Teil von religiösen Menschen aus. Dabei sind nicht alle Religionen und Kirchen gleich, ich persönlich habe mit der evangelischen Kirche leider nicht nur gute Erfahrungen gemacht. Und gerade Wüstenstrom befindet sich meines Wissens unter den Fittichen der Evangelischen Kirchen in Deutschland. OK. Derzeit lassen uns die christlichen Kirchen zumindest nicht ermorden.
In Kalifornien haben Kirchen und einzelne religiöse Menschen riesige Summen für eine Hasskampagne gegen Schwule und Lesben gespendet und damit erreicht, dass die Ehe für Schwule und Lesben in wieder abgeschafft wurde. Auch in den scheinbar "toleranten" westlichen Ländern werden Schwulen und Lesben grundlegende Rechte vorenthalten.
Für den Einzelnen kann das dramatische Folgen haben. Was sollen z.B. binationale Paare anstellen, wenn einer der beiden keine Möglichkeit hat, ein dauerhaftes Bleiberecht zu erlangen?
Das Christen bzw. Menschen im Namen Christi in der Vergangenheit homosexuelle verfolgt und bekämpft haben, ist eindeutig negativ zu bewerten. Hier stimmte ich uneingeschränkt zu
Aha, und was ist mit der Gegenwart?
Was ich aber bedrückend finde: in der jüngsten Vergangenheit scheint sich dieses Verhältnis ins Gegenteil umzukehren. Hasstiraden werden jetzt von homosexuellen pauschal auf alle Christen abgefeuert Zitat: "Wir wollen euere Gefühle verletzen".
Ein Schwein am Kreuz usw..
Soll das die Antwort sein ?
Bei ca. 5% Schwulen und Lesben an der Gesamtbevölkerung dürfte sich das Verhältnis wohl kaum so schnell umkehren.
<Ich hoffe nicht. Weder für die Homosexuellen, noch die Christen kann das ein Gewinn sein.
Es ist nur traurig, dass es schon so weit gekommen ist. Marburg 2009 bedrückt mich zutiefst.
An alle Schwulen / Lesben:
Ihr wollt akzeptiert werden und euere Würde bewahren ? Dann akzeptiert auch die der anderen, auch wenn die Meinungen so weit auseinander-driften.
Totalitäre Ansätze sind ein falscher Weg und ich bin entsetzt darüber wie demokratische Parteien diese Ansätze unterstützen.
Es ist schon interessant, wie manche christlichen Gruppierungen neuerdings versuchen, sich als Opfer darzustellen.
Was wird Schwulen und Lesben da nicht alles unterstellt. Man werbe für einen homosexuellen Lebensstil, plane eine Homosexualisierung der Gesellschaft und eine Abschaffung der Geschlechter, jetzt werden uns gar noch totalitäre Absichten unterstellt.
Auch mich bedrückt Marburg zutiefst. Das schönste und wichtigste in meinem Leben, die Liebe zu einem anderen Menschen, wird von Frau Vonholdt in ihren pseudowissenschaftlichen Absonderungen in den Dreck gezogen und verurteilt.
Dieser Mist soll dann auch noch auf einem wissenschaftlichen Kongress an einer Universität verbreitet werden.
Das ist wirklich bedrückend.


5 Kommentare:
Diese armen armen Christen. Werden ueberall verfolgt. Mir kommen die Tränen. Und das Kotzen.
@Kim Beaver:
Christen werden heutzutage tatsächlich weltweit diskriminiert und verfolgt. In Deutschland zwar nicht in der Form wie z.B. in moslemischen Ländern, aber als Mensch mit christlichen Überzeugungen ist man mittlerweile auch in Deutschland ein Exot und stößt, wie man aus deinem Beitrag entnehmen kann, häufig auf Vorurteile, Unverständnis und Ablehnung.
Zu meinem Blog vom 27.04. erhielt ich einen Kommentar, auf den ich hier antworten möchte.
Finde ich gut, dass du das gemacht hast. Danke !
Blogterium ist ein persönlicher Blog, daher kann ich hier nur für mich sprechen.
schon klar, was anderes mach ich ja auch nicht. Mir ging es aber um Marburg 2009. Und dein Bericht darüber, ist IMO mehr als nur eine persönliche Meinung - es ist auch Meinungsmache, die ich ziemlich einseitig finde.
Ich fordere in Bezug auf meine Person und meine sexuelle Identität keine Toleranz und Akzeptanz, sondern Respekt.
Und genau das beabsichtige ich dir in keinster Weise zu nehmen. Aber wer Respekt fordert, sollte auch andere Menschen, und andere Meinungen respektieren
Da ich nicht in Marburg lebe kann ich nicht beurteilen, ob die Formen des Protests geben die Teilnahme christlicher Fanatiker an einem wissenschaftlichen Kongress angemessen waren.
Wenn du das nicht beurteilen kannst - was ich nicht vestehe, denn es gibt ja immer noch die Presse (wobei fraglich ist, was die berichtet hat) - wie kann es dann sein, dass du einen so ausführlichen und bewertenden Blog Artikel erstellst ?
Wenn du möchtest schicke ich dir ein PDF mit einigen Schnappschüssen vom Kongress.
BTW: das Wort "Fanatiker" ist ein ziemlich harter Begriff.
Nach dem, was in anderen Blogs zu lesen war, haben einige dem eigentlichen Anliegen der Schwulen und Lesben wohl eher geschadet.
Das trifft den Nagel wohl auf den Kopf.
Die Diskussion im Vorfeld richtete sich gegen die Teilnahme von Markus Hofmann und Dr. Christl Ruth Vonholdt an dem 6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge.
Ich habe mir die Seiten von M. Hofmann angesehen und konnte nichts verwerfliches entdecken. Im Gegenteil - ich finde das er die gesamte Thematik sehr sensibel und besonnen angeht. Wem sein Ansatz nicht gefällt, kann ihn ja erstmal stehen lassen. Es kann aber nicht angehen, dass man ihn mit aller Macht vom Besuch eines Kongresses abhalten möchte. Dagegen demonstrieren - meinetwegen, aber auch er verdient den Respekt, den jeder Mensch verdient. Zu Frau Vonholdt kann ich nichts sagen, aber auch sie verdient Respekt. Die angeblichen üblen Diffamierungen würde ich gerne mal nachlesen. Ich glaub es nämlich einfach nicht. Beide mit mordenden NS Wissenschaftlern zu vergleichen ist Hetze. BTW: ich weiss aus unittelbarer sehr persönlicher Quelle, das Markus Hoffmann alles andere als ein Homo-Hasser und Diffamierer ist. Im Gegenteil: er hat ein tiefes Verständnis für die Homosexuellen, weil er selbst betroffen war/ist. Ich weiss es, weil ich Leute kenne, die auf seinen Seminaren waren und ihn als sehr sensibel und annehmend erlebt haben. Also nicht autoritär, nicht agressiv, nicht mit Druck, nichts mit Umpolung, nichts dergleichen.
Bei ca. 5% Schwulen und Lesben an der Gesamtbevölkerung dürfte sich das Verhältnis wohl kaum so schnell umkehren.
Aber auch diese 5% haben Einfluß und Verantwortung und können Scheiße bauen. Eine Minorität ist nicht zwangsläufig unbedeutend. Diktaturen sind z.B. immer eine Minorität (ok Vergleich hinkt ein bisschen).
Es ist schon interessant, wie manche christlichen Gruppierungen neuerdings versuchen, sich als Opfer darzustellen.
Was wird Schwulen und Lesben da nicht alles unterstellt. Man werbe für einen homosexuellen Lebensstil, plane eine Homosexualisierung der Gesellschaft und eine Abschaffung der Geschlechter, jetzt werden uns gar noch totalitäre Absichten unterstellt.
Der Opferaspekt und das Thema
Totalitär beziehen sich konkret auf Marburg, den militanten Kampf gegen eine Meinung bzw. Wüstenstrom. Und gegen folgende Praxis: man möchte Fakten schaffen, indem man unbequem anders Denkende bekämpft und möglichst mundtot macht - sprich M. Hoffmann am Auftreten hindert. Für die eigne Meinung ungünstige wissenschaftliche Erkenntnisse werden bewußt/unbewußt ausgeblendet. Neben einer bestimmten "totalen" Meinung darf nichts anderes existieren. Zudem ist die Sache in Marburg von Bedeutung weil sich die großen demokratischen Parteien zur der extrem negativen Form des Protestes mehr oder weniger nicht geäußert haben. Besonders die Grünen waren anscheinend auch eine der treibenden Kräfte
Auch mich bedrückt Marburg zutiefst. Das schönste und wichtigste in meinem Leben, die Liebe zu einem anderen Menschen, wird von Frau Vonholdt in ihren pseudowissenschaftlichen Absonderungen in den Dreck gezogen und verurteilt.
Ich würde gerne mit eigenen Augen lesen, wo und wie sie das konkret tut. Veröffentliche doch einfach mal eine Quellenangabe.
Greets
Maze
1. Zwei Drittel der Deutschen gehören einer Glaubensgemeinschaft an. Von einer Minderheitenposition kann keine Rede sein.
2. Ich berichtete nicht über Marburg 2009. Ich kritisierte die Initiative "Für Freiheit und Selbstbestimmung", in der Lügen über homosexuelle Menschen verbreitet werden und die fundamentalistisch christliche Ideologie mit Wissenschaft verwechselt.
3. Zu Frau Vonholdt: Entweder den Links im Blog folgen oder eine Suchmaschine des Vertrauens befragen.
4. Das Leben ist kein Ponyhof. Und geschmacklose Plakate sind kein militanter Kampf.
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