Laut des Bischofs von Córdoba, Demetrio Fernández sowie des italienischen Kurienkardinals Ennio Antonelli verfolgt die Unesco den fiesen Plan, die hälfte der Weltbevölkerung innerhalb der nächsten 20 Jahre homosexuell zu machen.
Was auch immer diese Herren zu der sonderbaren Behauptung bewogen haben mag, ein zu tiefer Zug am Weihrauch oder ein zu großer Schluck vom Messwein, sie offenbaren vor allem eines: Eine komplette Unkenntnis der menschlichen Sexualität.
Selbst wenn sich bei der Unesco - trotz der jahrzehntelangen Lobbyarbeit des Vatikans in Zusammenarbeit mit menschenverachtenden Diktaturen - jemand eine solch absurde Idee ausgedacht haben sollte, wie sollten sich heterosexuelle Menschen davon überzeugen lassen, ihre sexuelle Orientierung oder gar ihr Geschlecht zu wechseln?
Ist die Heterosexualität für heterosexuelle Menschen derart unattraktiv?
Man muss wohl schon in einer verklemmten Männergesellschaft leben, über viele Jahre die eigene Sexualität unterdrücken (oder mit wehrlosen Kindern oder mit Strichern ausleben) und in albernen Fummeln rumlaufen, um sich einen solchen Schwachsinn auszudenken wie die Herren Fernández und Antonelli. Man könnte über diesen Unsinn lachen, wenn der von der katholischen Kirche verbreitete Hass gegenüber Lesben, Schwulen und Transsexuellen nicht für viele Menschen auf der Welt schlimme Konsequenzen hätte.
Colin Goldner sagte in einer Diskussion in der Sendung "Nachtcafé" einmal, Glauben sei entweder ein Fall für den Psychiater oder für den Staatsanwalt. Manchmal fällt es schwer, eine Grenze zu ziehen.
Die Welt: Unesco will halbe Menschheit homosexuell machen
Süddeutsche.de: Geschlecht nach Laune
Donnerstag, 6. Januar 2011
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