Wie die ARD gerade eben berichtete, erfreut sich unser Verteidigungsminister trotz der der Promotions-Affäre nach wie vor größter Beliebtheit und rund 70 % der befragten Deutschen sind der Meinung, er solle im Amt bleiben.
Guttenberg ist wirklich ein Phänomen. Obwohl - oder vermutlich gerade weil - wohl kaum einer sagen könnte, wofür Herr Guttenberg politisch steht, ist er seit Monaten der beliebteste deutsche Politiker. Ein Adelstitel und eine Gelfrisur reichen offenbar aus, um den hohen Ansprüchen des politikverdrossenen Wutbürgers zu genügen. Welch ein Unterschied zum unbeliebten Westerwelle, der doch tatsächlich deutlich Stellung bezieht und über den jeder hochintellektuelle linke Kabarettist Schwulenwitze reißt!
Wie Spiegel Online heute berichtete, hat unser allerliebster Lügenbaron seine Promotionsschrift nicht nur schamlos abgeschrieben - oder abschreiben lassen - nein, der umtriebige Familienvater hat Teile seiner Arbeit offenbar in mühevoller Kleinarbeit und auf Kosten des deutschen Steuerzahlers vom wissenschaftlichen Dienst des deutschen Bundestags schreiben lassen.
Man fragt sich, was ein deutscher Politiker noch anstellen muss, um vom Stimmvieh zum Teufel gejagt zu werden.
Samstag, 19. Februar 2011
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)


2 Kommentare:
Westerwelle bezieht deutlich Stellung???? wo??? gerade bei Mubarak hat sich doch mal wieder gezeigt, wie opportunistisch er ist. früher handschütteln, er hat ihn sogar mal als "mann mit enormer erfahrung, großer Weisheit" bezeichnet, und jetzt so ein gesülze von wegen "wir sind auf der seite der demokratie"
Man kann Westerwelle vieles vorwerfen, ab nicht dass er in Interviews oder bei Parteitagen nicht deutlich sagen würde, wofür er steht. Ob man seine Positionen für richtig hält, steht auf einem anderen Blatt. Es ist jedoch offensichtlich, dass Guttenberg und Westerwelle in der öffentlichen Wahrnehmung mit zweierlei Maß gemessen werden.
Was den Umgang mit Diktatoren angeht, hält sich Westerwelle voll an europäische Standards, und zwar nicht nur der politischen Klasse. Im Zweifel wegschauen, Demokratie und Menschenrechte sind nur wichtig, wenn keine wirtschaftlichen oder persönlichen Gründe dagegen stehen.
Das Ägypten die Menschenrechte missachtet hat, ist nichts neues.
Ich kenne in meinem Freundes- und Bekanntenkreis trotzdem kaum jemand, der nicht schon mal in Ägypten im Urlaub gewesen wäre.
Für mich käme es niemals in Frage, meinen Urlaub in einer Diktatur zu verbringen.
Kommentar veröffentlichen